Religion

Schulgottesdienst zum Buß- und Bettag
Unter dem Motto „Wenn ein Fremder bei euch wohnt in eurem Land…“ (3.Mose 19,33) fand am 16.11.2016 zum ersten Mal seit über 18 Jahren ein Schulgottesdienst in der Schlewecker Kirche statt. Die Idee für den Gottesdienst erwuchs im Religionsunterricht der Klassen 9 von Frau Tesch im Rahmen der Unterrichtseinheit „Umstrittene Kirche“. Hier stellte sich die Frage: Kann die Erfahrung (oder auch nur die Vorstellung) von „langweiligen“ Gottesdiensten Argument für einen Kirchenaustritt sein? Oder gilt es vielmehr, sich innerhalb von Kirche zu engagieren, um hier ggf. etwas zu verändern? Der Religionskurs wählte den zweiten Weg: die Gestaltung eines eigenen Gottesdienstes. Dessen Thema sollte auf Wunsch der Schüler aktuell sein und „jeden etwas angehen“. Schließlich entschied sich der Kurs, die Fluchtsituation von Menschen aus Kriegsgebieten zu thematisieren. Innerhalb von nur vier Wochen stand der Gottesdienst, zu dem alle Schüler der 5. Klassen und anteilig der 8. und 9. Klassen eingeladen waren.
In einem Rollenspiel über die Schicksale biblischer, historischer und aktueller Flüchtlinge zeigten die Schüler, dass es zu vielen Zeiten Flüchtlinge gab, die aus unterschiedlichen Gründen flüchteten und heute flüchten. In der gottesdienstlichen Ansprache erklärten die Schüler, was die Bibel über fremde Menschen im Land sagt und was sie selbst darüber denken: dass es sie traurig macht, dass Familien getrennt werden, dass Kinder ohne Sicherheit aufwachsen, dass viele Menschen Vorurteile gegenüber Asylanten haben und Flüchtlingen ihre Hilfe verweigern…und dass sie zugleich glücklich darüber sind, dass sie selbst nicht in Angst leben müssen und eine beschützte Kindheit erleben dürfen, dass es Menschen gibt, die Flüchtlingen helfen und sie aufnehmen. Die „goldene Mitte“ des Gottesdienstes bildete eine Aktion, während der die Fünft-, Acht- und Neuntklässler nicht mehr nur zuhörten, sondern selbst aktiv werden durften: Unter den Überschriften „Ich bin traurig darüber…“, „Ich bin dankbar…“, „Ich bitte darum…“ schrieben die Schüler ihre eigenen Gedanken auf Karten und trugen diese im Altarraum zusammen. Durchzogen wurde der Gottesdienst von Liedern, in denen die Message der Gottesdienstgruppe deutlich wurde: „Wir wollen aufstehn, aufeinander zugehn, voneinander lernen, miteinander umzugehn“, „Wagt euch zu den Ufern, stellt euch gegen den Strom“, „Wir wollen träumen, träumen, von einer neuen Welt“ (in Auswahl).
Im Nachhinein gab es viele positive Rückmeldungen und etliche zu Recht stolze Schüler.
Ein großes Dankeschön gilt allen beteiligten Schülern für die Vorbereitung und Durchführung des Gottesdienstes, allen Gästen für ihr Interesse, die eingebrachten Gedanken und das rege Singen, Herrn Pastor Fiedler für die freundliche Unterstützung und Zurverfügungstellung des Kirchenraumes, und Frau Stefanie Strauß für die musikalische Begleitung!
Katja Tesch

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