Theater gegen Fremdenhass

GZ-Bericht

Theater gegen den Fremdenhass

Publikum begeistert: Ensemble präsentiert Stück über Vorurteile – Schauspieler besuchen weitere Schulen

Von Corinna Knoke

Bad Harzburg. Aktueller könnten der Umgang mit Flüchtlingen und dem Rassismus nicht sein. Die Themen kamen in jedem Parteiprogramm vor. Das Ensemble „Radiks“ nähert sich dieser Thematik im Stück „Wir waren mal Freunde“. Dazu luden die Schauspieler Romana Schneider und Tim Engemann Schüler der Bad Harzburger Oberschule in die Welt des 16jährigen Joscha ein.

Die Geschichte in Kurzform: Ein Asylheim wird in Brand gesteckt, ein Obdachloser kommt dabei fast ums Leben. Joscha kann ihn in letzter Minute noch retten, aber was machte er nachts um zehn bei dem Gebäude? Schnell gerät er unter Verdacht und wird von der Polizei überwacht. Als Folge wird er in der Schule ausgegrenzt, und seine Mutter bekommt den lang ersehnten Job nicht.

Wäre das noch nicht schlimm genug, muss Joscha jetzt auch noch an einem Projekt mit Melek arbeiten. Die beiden waren einst gute Freunde, haben sich aber irgendwann durch Vorurteile und mangelndes Vertrauen immer mehr voneinander abgewendet.

So waren die Schüler im Publikum live dabei, wie sich Joscha und Melek heftig gestritten haben. Die Schauspieler unterhielten sich in der Jugendsprache, damit sich die Schüler noch mehr mit den Figuren identifizieren konnten. An einigen Stellen wurde das Publikum sogar mit in die Geschichte integriert.

Nach der Aufführung kamen die Schüler mit den Schauspielern ins Gespräch. Sie tauschten sich über ihre Erfahrungen mit Flüchtlingen aus und wie sie selbst zu Vorurteilen stehen. Die Schüler bemerkten, dass jeder Mensch Vorurteile hat, auch wenn sie unbeabsichtigt sind.

Natürlich ließen es die Schüler es sich nicht nehmen, etwas über den Beruf des Schauspielers in Erfahrung zu bringen. Es kam unter anderem die Frage auf: „Wie lange braucht ihr denn, um den Text auswendig zu lernen“. „Es dauert nicht allzu lange“, bekamen sie als Antwort. „Es ist anders als Matheformeln zu lernen“, sagte Tim Engemann.

Bei den Schülern kamen das Stück und das Gespräch gut an. Die 14jährige Kiara Kluge sagte: „Ich finde es klasse, dass sie an unsere Schule gekommen sind und das Stück aufgeführt haben.“ Sie und ihre Freundin CynthiaMichelle Janas sind sich einig, dass sie sich die Geschichte noch durch den Kopf gehen lassen wollen.

Das Ensemble „Radiks“ wird im Rahmen der Gemeinschaftsaktion vom Landkreis Goslar, der Projekte „Demokratie leben“ sowie „Migration ist Vielfalt“ und der Polizeiinspektion noch weitere Schulen besuchen.